Dachschmuck – Ausdruck von Individualität

Der Dachschmuck ist so alt wie der Hausbau selbst, denn schon immer gab es den Wunsch, das eigene Haus zum Himmel hin mit einer individuellen Gestaltung abzurunden. Als Dachschmuck bezeichnet man Skulpturen, Schnitzwerk, Wetterfahnen und andere Gebilde, deren alleiniger Zweck oder deren Nebenzweck es ist, ein Dach, insbesondere dessen First, zu schmücken und zu verschönern. Häufigster Ort für Dachschmuck ist die Spitze des Vordergiebels, daher wird dort angebrachter Schmuck auch als Giebelschmuck bezeichnet.

Zum Teil hat der Dachschmuck eine religiöse, magische oder symbolische Bedeutung und er soll z. B. die Verehrung für ein höheres Wesen ausdrücken oder Schaden abwenden. Aus diesem Grund findet man schon seit Jahrhunderten Dachschmuck auf christlichen Kirchen wie Kreuze, Turmkugeln und Wetterhähne. Vor allem seit der Gotik findet man oft als oberen Abschluss auf der Giebelspitze pflanzlich ornamentale Verzierungen, die Giebelblume, Firstblume oder auch Kreuzblume genannt werden. Die charakteristischen Kreuzblumen auf den Spitzen des Kölner Doms sind z.B. jeweils 10 m hoch und 70 Tonnen schwer, aber auch die Minarette von Moscheen werden gern mit Halbmonden auf der Dachspitze geschmückt.

Vielfach dient der Dachschmuck auch repräsentativen Zwecken, daher herrschten je nach Gebäudeart, Zeit und Region bestimmte Motive, Formen und Ausführungsarten vor. Im germanischen Kulturraum wurden am Kreuzungspunkt von Dachfirst und Giebel zwei Bretter gekreuzt, deren das Dach überragende Enden als Tierköpfe ausgestaltet waren. Häufig sieht man Pferdeköpfe, die den Wohlstand des Hausbesitzers deutlich nach außen zeigen sollten.

Dachfiguren – was darf’s sein?

Die heutigen Produktionsverfahren schaffen neue, fast unendliche Möglichkeiten der individuellen Ausgestaltung mit Dachschmuck. Der eine wünscht sich eine Figur, die den Beruf des Hauseigentümers aufzeigt, der andere möchte seiner Fußballmannschaft ein Denkmal setzen. Vieles ist möglich – sprechen Sie mit uns, wir beraten Sie gern.

Die wohl häufigste und traditionellste Befestigungsstelle für eine Dachfigur ist der Dachfirst. Typische Motive sind Fähnchen, Hähne, Windrichtungsgeber, Schlafwandler, Hexen, Katzen, Eulen, und Drachen. Die Figuren werden häufig aus Gewichtsgründen aus Kunstharz gefertigt und mittels einer Bohrung in den Firstziegel befestigt. Im Allgemeinen wird die Figur aus Sicherheitsgründen noch mit Kunstharz mit dem Dachstein verklebt.

Auf der Dachschräge wird der Dachschmuck durch Verschraubung und -klebung mit einem Dachziegel befestigt. Am häufigsten findet sich hier der sogenannte Dachrutscher in Form des Schlafwandlers. Als weitere Befestigungsstellen für Schmuckelemente bieten sich unter anderem die Dachrinnen (für Vögel, Katzen u. ä.) der Firstabschluss oder das Fallrohr an.